Cyclone 3000

Cyclone 3000,

Holz, Sperrholz, Farbe, Rollen, 82 x 64 x 63 cm, 2012

Als ich vor einigen Jahren in Rom war, ist mir in einem kleinen Cafe/Imbiss irgendwo zwischen Palazzo dello sport und Maxxi-museo etwas untergekommen – ein auffälliges Objekt machte da viel Wirbel um sich selbst. Der Cyclone 3000 – wie sich herausstellte ein mobiles Klimagerät, bei dessen Gestaltung ganz und gar nicht auf das Prinzip „form follows function“ gesetzt wurde. Ich bemerkte, dass es mich als Objekt formal überzeugte – auf eine sehr unmittelbare Art und Weise – dass es sich um ein sehr direktes in Beziehung treten handelte. Mir fiel in diesem Zusammenhang ein Vortrag von Elisabeth von Samsonow ein, in dem sie über den ornamentalen Schmuck von Kriegskanus der Maori und wie dieser dazu diente potentielle Feinde gewissermassen abzuschrecken, sprach. Das Prinzip der „Verzauberung“.
In weiterer Folge bemerkte ich, dass es eine Anfälligkeit dafür gibt bei Dingen die formal sehr stark „verzaubern“ können, nicht mehr nach einer inhaltlichen Komponente zu fragen – das gilt auch für Kunstwerke und birgt natürlich auch Gefahren.
Etwa ein halbes Jahr später in Wien versuchte ich anhand von eigenen Skizzen aus dem Gedächtnis und Fotos von der Homepage des Herstellers meine Version des Cyclone 3000 zu konstruieren, wobei mich auch die unvermeidbare Abweichung zum „Vorbild“ interessierte. Was blieb war eine Form ohne jegliche Funktion – im übertragenen Sinne „alles heisse Luft“ könnte man sagen.