o.T.

o.T., vorhandene Sockel, Maße variabel, 2016

Beitrag zur Ausstellung: VERBINDEN / VERTRETEN / VERTEILEN / VERMITTELN / VERHANDELN – 70 JAHRE TIROLER KÜNSTLER*SCHAFT, kuratiert von Georgia Holz und Barbara Mahlknecht

Das Verhältnis des Sockels zur Skulptur ist wohl eines der ältesten Themen der Bildhauerei und wird heute gemeinhin als „Sockelproblem“ umschrieben. Seit Rodin’s berühmter Skulptur Die Bürger von Calais (1889) hat sich das Verhältnis zum Sockel stetig gewandelt und eigentlich könnte man annehmen, dass der (klassische) Sockel im Kontext der zeitgenössischen Kunst obsolet geworden ist. Dass dem jedoch nicht zwangsläufig so ist, zeigt sich auch in der Tatsache, dass die Künstlerschaft einen relativ großen Bestand an Sockeln vorrätig hat und diesen zum Verleih anbietet. Die Notwendigkeit einer „Erhöhung“ von Objekten scheint geblieben zu sein und findet oftmals im konventionellen Setting des white cube immer noch seine Anwendung. Für das Projekt wurde der Bestand an Sockeln, der zum Zeitpunkt der Jubiläumsausstellung in der Tiroler Künstler*schaft lagerte als Arbeitsmaterial verwendet – als Masse, die es galt räumlich zu verteilen. Diskutiert werden dadurch nicht nur grundlegende Fragen der Skulptur wie Volumen, Materialiät, Proportion und Organisation der einzelnen Elemente zueinander, sondern auch Fragen zum Ausstellungsbetrieb und den Arbeitsbedingungen von KünstlerInnen.

(Fotocredit, 2.Bild: WEST.Fotostudio)